"Wir reichen Klage ein" Floßergasse

Trotz möglicher Reduzierung der Höhen will Alt Füssen gegen Bebauung vorgehen
AZ 12. 09. 2015

Das umstrittene Wohnprojekt in der Floßergasse unterhalb des Füssener Franziskanerklosters steht mittlerweile auf wackligen Füßen. Nicht nur, dass ein neuerlicher Antrag dafür sorgen könnte, dass der Bauherr die Gebäude noch einmal in der Höhe reduzieren muss, jetzt hat auch der Verein Alt Füssen Kläger gefunden, die sich gegen die Bebauung wehren möchten. Die Normenkontrollklage wird derzeit mit einem Anwalt vorbereitet, sagt Vorsitzender Magnus Peresson. Einreichen könne man sie aber erst, wenn der Bebauungsplan "Östliche Floßergasse" rechtskräftig ist.

Und dies passiert frühestens nach der nächsten Sitzung des Bauausschusses im Oktober. Dabei stehen noch einmal drei wichtige Punkte zur Debatte: Zum einen wird das Gremium über den Antrag der Stadträte Michael Jakob (CSU) und Lothar Schaffrath (SPD) abstimmen, die fordern, dass die Häuser nicht über den Klostervorplatz herausragen sollen (wir berichteten). Darüber hat die Verwaltung auch bereits die Baufirma Domus Sana informiert, die sich darauf einstellt, sagt Bürgermeister Paul Iacob auf Nachfrage unserer Zeitung. "Es wird eine neue Schnittzeichnung angefertigt - mit der entsprechenden Blickbeziehung", sagt er. Sollte sich der Bauausschuss für diesen Vorschlag aussprechen, stehe auch er dahinter. "Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass das Vorhaben reduziert wird", sagt der Bürgermeister. Allerdings sei auch die bisherige Planung so, dass der Blick zum Hohen Schloss erhalten bleibe - und das sei das Wichtigste.

Sollte der Vorschlag von Jakob und Schaffrath bei deren Ratskollegen keinen Zuspruch finden, muss laut Bauamtsleiter Armin Angeringer trotzdem noch einmal über die Firsthöhe des Gebäudes D gesprochen werden. Hier wurde erst verspätet festgestellt, dass im Bebauungsplan eine Höhe von 1,88 Meter über dem Klosterplatz zulässig ist - 40 Zentimeter höher als die bisherige Planung es vorsieht.

Als letzter Schritt zur Fertigstellung des Bebauungsplans "Östliche Floßergasse" fehle zudem noch der Bericht über die geologischen Untersuchungen unterhalb des Franziskanerklosters. Ob die Ergebnisse bereits in der Oktobersitzung vorgestellt werden können, ist laut Angeringer jedoch noch unklar.

"Sobald der Bebauungsplan Rechtskraft hat, reichen wir Klage ein", sagt Peresson - unabhängig davon, ob die Höhe noch einmal reduziert wird oder nicht. Für den Vorsitzenden des Vereins Alt Füssen ist dieses Hin und Her nur "Augenwischerei". Es müsse nicht nur der Blick zum Hohen Schloss erhalten bleiben, sondern auch die Aussicht auf die davorliegenden Dächer, an denen noch die frühere soziale Struktur in Füssen ablesbar sei. Für dieses Engagement bekomme er von vielen Seiten Zuspruch. "Es ist unglaublich", sagt Peresson.
Von Katharina Müller