Eintagesfahrt auf den Spuren von Anton Sturm


des Historischen Vereins „Alt Füssen“ 21. Juni 2007


Etwa 50 Mitglieder wandelten auf den künstlerischen Spuren des großen Füssener Bildhauers Anton Sturm im Oberallgäu.

Zuerst ging es in die Sonthofener Stadtpfarrkirche St. Michael, für die der Bildhauer vier lebensgroße Kirchenväter aus Lindenholz geschnitzt hatte. Die weiß gefassten Gestalten gelten in der Kunstgeschichte als unmittelbare Vorgänger, sozusagen als „Hauptprobe“ für die Kirchenväter in der Wieskirche.

Wenige Kilometer weiter in Altstädten stammt die gesamte Kirchenausstattung von Anton Sturm: Hauptaltar, zwei Seitenaltäre, die Kanzel und diverse Einzelfiguren wurden vom Meister und einer Schar von Gesellen und Lehrbuben gefertigt. In guter Erinnerung wird allen Teilnehmern der Fahrt das herrliche Jesuskind auf den Knien des heiligen Josef bleiben und die Putten der Kanzel, die eifrig damit beschäftigt sind, den Vorhang des Schalldeckels zu tragen.

Die dritte Station der Fahrt war die kleine Kirche von Schöllang, in der die Plastiken der beiden Seitenaltäre von Anton Sturm stammen. Der heilige Magnus am rechten Seitenaltar ist eine schlanke, hoch gewachsene Gestalt mit einem ungewöhnlich jungenhaften Gesicht. Ein Kunsthistoriker hat diesen Magnus einmal als den „schönsten der ganzen Diözese“ bezeichnet.

Den Abschluss der Fahrt bildeten die Loreto-Kapellen von Oberstorf, für deren Wallfahrtskapelle Anton Sturm den gesamten Altar mit Schreiner- und Schlosserarbeiten lieferte.

Den Teilnehmern an den bisherigen zwei „Sturm-Fahrten“ sind mittlerweile die Eigenheiten Anton Sturms geläufig: die Rollbärte der männlichen Heiligen, die gut geformten Hände, das gekonnte Spiel von Stand- und Spielbein und der stets über das Postament hinausgeschobene Fuß des Spielbeins. Besonders erwähnen sollte man die Putten. Die ganze Liebe Sturms scheint er seinen Engelchen gewidmet zu haben.

Am Samstag, dem 28. Juli, sollte die nächste Fahrt nach Bernbeuren, Burggen und in die Wies gehen.

Magnus Peresson