Exkursion von Alt Füssen zu rätselhafter Wallanlage

Der Historische Verein Alt Füssen lädt Mitglieder und Interessierte zu einer Exkursion am Samstag, 26. März. Das erste Ziel wird die rätselhafte Wallanlage Dürracker bei Rieden sein, die vermutlich in der Zeit der alamannisch-fränkischen Auseinandersetzungen oberhalb der Via Claudia Augusta entstanden ist. Das zweite Ziel ist abhängig vom Wasserstand des Forggensees. Wenn dieser es erlaubt, so steht ein Besuch des Brandopferplatzes auf der Illasberginsel auf dem Programm. Sollte dies infolge des Wasserstandes nicht möglich sein, so wird von Brücke über das Tiefental aus die Wallanlage Mangmühle angesteuert. Bei extremer Witterung wird die Exkursion auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Abfahrt ist um 13.30 Uhr am Bahnhof.

Geheimnisvolle Plätze im Füssener Land

Exkursion Historischer Verein Alt Füssen unterwegs


Zwei geschichtsträchtige Orte in der Umgebung hat der Historische Verein Alt Füssen bei einer Exkursion aufgesucht: zuerst die auf einem Landsporn zwischen dem Riedener Bach und dem Forggensee gelegene Wallanlage Dürracker und später den Brandopferplatz auf der Illasberg-Halbinsel. An der Führung von Peter Nasemann und Magnus Peresson nahm rund 50 Mitglieder des Vereins teil.


Die Teilnehmer der Exkursion bei der Überschreitung der ausgeprägten Wälle


Der Riedener Bürgermeister Max Streif führte die Gruppe zu der rätselhaften und eindrucksvollen Befestigung am Forggensee. Aufgrund ihrer Bauweise wird vermutet, dass sie in der Zeit der alemannisch-fränkischen Auseinandersetzungen im 7. oder 8. Jahrhundert entstanden ist. Der große Burgenforscher des Allgäus, der frühere Kemptener Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt, hatte in der Hauptburg der Anlage schon in den 1930er Jahren einen seiner Burgensteine aufgestellt.

Brandopferplatz


Zweite Station war der auf der Illasberg-Halbinsel gelegene Brandopferplatz. An diesem Heiligtum, das im 1. Jahrhundert vor Christus errichtet wurde, zelebrierten die Menschen bis in die Zeit um 100 ihre religiösen Rituale. Eine vor beinahe 20 Jahren durchgeführte archäologische Grabung erbrachte eine Fülle von Funden: Sie gewährten Einblicke in die Opferhandlungen, bei denen Schafe geschlachtet und auf einem steinernen Altar verbrannt worden waren. In einer späten Phase wurden zu Ehren der Götter eiserne Geräte, Waffen oder Haushaltsgegenstände, aber auch Schmuck niedergelegt.

Die Tatsache, dass die Menschen damals Anhänger einer Naturreligion waren, erklärt die ungewöhnliche Lage des Opferplatzes über dem Lech, der den Blick über die weite Ebene der einstigen Lechauen bis zu den Ammergauer und Tannheimer Bergen erlaubte. Für die Opfernden mögen auch die beiden Rinnsale, die den Platz begrenzen, von Bedeutung gewesen sein.

Wie die Alpen entstanden


Peter Nasemann erläuterte den Teilnehmern anschaulich die Entstehung der Alpen und der vorgelagerten Molasse. Diese zieht sich von Genf bis Wien hin und lieferte bis in die jüngste Zeit gut zu behauendes, widerstandsfähiges Baumaterial. Es ist schon in den römischen Bauten am Tegelberg nachzuweisen, aber auch in den Mauern von St. Mang, am Hohen Schloss und in vielen Häusern im Füssener Land.

Die unmittelbare Nähe des Steinbruchs zum Lech führte dazu, dass dieses Material offensichtlich auch mit dem Floß über weite Strecken in die Städte am Unterlauf des Lechs transportiert wurde. Abschließend kündigte Alt Füssen-Vorsitzender Magnus Peresson an, weitere Exkursionen zu unbekannten Stätten der heimischen Geschichte folgen zu lassen. (eb)