Letzter Hoagarte bei Alt Füssen in diesem Jahr

Zu einem letzten Hoagarte des Jahres lädt der Historische Verein Alt Füssen seine Mitglieder und Interessierte am Montag, 28. November, 20 Uhr, in den Gotischen Saal des Gesellenhauses ein. Der Abend wird den Dichtern und Poeten Füssens – etwa Magdalena Prosch, Kasimir von Dumas, Alois Left, Wilhelm Iacob, Jörg Modlmayr und Richard Bletschacher gewidmet sein. Sie alle haben sich mit Füssen, der Schönheit der Stadt und seiner Umgebung, aber auch mit seinen Menschen auseinandergesetzt. In jüngster Zeit waren es vor allem der Pfrontener Gerhard Köpf und Hans Schütz aus Lechbruck, die ihre Erinnerungen an Füssen und ihre Schulzeit literarisch verarbeitet haben. (mp)

Hommage an Füssener Poeten

Alt Füssen Jugenderinnerungen von Schreibern einen Abend lang im Fokus


Der vergangene Hoagarte des Historischen Vereins Alt Füssen war den heute weitgehend vergessenen Poeten gewidmet und auch den Schreibern, die in verschiedenen Formen ihre Jugenderinnerungen literarisch aufgearbeitet haben. Der Abend wurde eröffnet mit einem Gedicht von Wilhelm Iacob über einen prachtvollen Herbsttag und die Erwartung eines strengen Winters.

Eindringlich schilderte der heimatvertriebene Zwangsfüssener Emil Karl Stöhr in seinem Roman „Wiedersehen in Dresden“ die nicht immer erbauenden Erlebnisse im Füssen der Nachkriegszeit. Betroffen machte vor allem die Episode von vier Buben, die eine aus dem Lech gefischte Tellermine zum Explodieren brachten und dabei den Tod fanden.

Nicht vergessen wurde Hans Schütz aus Lechbruck, dessen Erinnerung an seine Kindheit ihm heute wie ein „Nebelstochern“ (so der Buchtitel) erscheint. Besonders die Erlebnisse am Gymnasium in Füssen mit den dort tätigen, kauzigen „Professoren“, die manch einer der Zuhörer noch kannte, riefen angesichts ihrer wahren oder auch leicht übertrieben gezeichneten Marotten Schmunzeln hervor.

Den Abend beschloss ein Gedicht von Richard Bletschacher, der im Hirschwirtsturm aufgewachsen und Jahrzehnte an der Wiener Staatsoper tätig gewesen war. Wohl in einem Anflug von Heimweh verfasste er ein unerreicht stimmungsvolles Lob seiner Vaterstadt, die „Heimat der Lauten“. Darin heißt es: „Prächtigere Städte gibt es vielleicht – aber für mich ist Füssen die älteste Stadt – mächtigere Ströme gibt es gewiss – aber für mich ist der Lech der Fluss aller Flüsse.“ Alles in allem: Trotz des kulturellen Niederganges, der sich mit der Aufhebung des Klosters St. Mang 1803 eingestellt habe, trieb das Pflänzchen der Literatur manch seltsame, aber wunderliche Blüte. (eb)