++ 20.02.2006, Allgäuer Zeitung ++

Füssener wollen Bahnhof retten

Bürgerbegehren läuft an

Füssen (hs). - Den historischen Bahnhof vor dem Abriss retten und das kommunale Verkehrskonzept für die Innenstadt kippen: Diese Ziele verfolgt eine Gruppe von Füssenern, die in Kürze ein Bürgerbegehren starten wollen.

Seit Jahren laufen in Füssen die Planungen für das Projekt Westliche Innenstadt, das von der Städtebauförderung der Regierung von Schwaben unterstützt wird. Ziel ist es, dieses Gebiet städtebaulich aufzuwerten und eine „Flaniermeile“ für den Handel zu schaffen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist ein Verkehrskonzept. Es sieht unter anderem die Verlängerung einer Straße durch eine Grünfläche nahe des Bahnhofs vor. Das Bahnhofs-Areal selbst soll völlig neu gestaltet werden: Ein Investor will den alten Bahnhof durch einen Neubau ersetzen und diesen dann betreiben, die Stadt soll den Vorplatz neu gestalten (unsere Zeitung berichtete).
Diese Planung will nun eine Gruppe Füssener Bürger kippen, die dabei vom Historischen Verein „Alt Füssen“ ideell unterstützt wird. Die Gruppe plant ein Bürgerbegehren, um den historischen Bahnhof und die Grünfläche zu erhalten. In wenigen Tagen soll mit der Unterschriften-Sammlung für das Bürgerbegehren gestartet werden. Unterstützen neun Prozent der Wahlberechtigten das Anliegen, muss der Stadtrat über dessen Zulässigkeit entscheiden. Ist das Bürgerbegehren juristisch einwandfrei, können die Füssener bei einem Bürgerentscheid über die Forderung abstimmen.
In Füssen fanden bereits zu zwei Projekten Bürgerentscheide statt: 1996 sprach sich die Bevölkerung im Sinne der Stadt für das Musical-Festspielhaus aus. Ein Jahr später musste die Kommune eine Schlappe einstecken: 1997 lehnten die Füssener den Verkauf des Kurhauses ab.