++ 31.10.2005, Füssener Blatt ++

Ansturm auf Bildhauer-Sturm-Haus

Zahlreiche Füssener nutzen den Tag der offenen Tür in dem historischen Gebäude

Füssen (ha). - Die Mitglieder des Historischen Vereins Alt Füssen schauten sich bereits vor einigen Tagen in aller Ruhe im auf Vordermann gebrachten Bildhauer-Sturm-Haus um (unsere Zeitung berichtete). Nun öffnete sich am Samstag das Tor in der Brunnengasse 18 Punkt 14 Uhr für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Der Ansturm war riesengroß. Wer es bis hinauf in das große Zimmer geschafft hatte, wo Kaffee und Kuchen bereit standen und bald kein Sitzplatz mehr frei war, musste beim Rückweg vor der Treppe warten, denn viele Paare und Gruppen wollten sich nach der Besichtigung hier ebenfalls stärken und gemütlich plaudern. Was hatte man alles gesehen? Wohnraum und Atelier des Künstlers Kurt Geibel-Hellmeck, der bis 1994 im Haus wohnte. Fotos, Gemälde, gemütliche Möbel und der Ofen mit Originalplatte zogen die Blicke an. In der Schlafstube löst ein Nachttopf unter dem Bett Heiterkeit aus. Doch nicht jedes Stück in diesem Raum hat mit Sturm zu tun. Der Hut auf dem Kopfkissen gehört einem Mitglied des Historischen Vereins, wie sich später zeigt.
„Schau, das ist ja das reinste Heimatmuseum“, sagte eine Füssenerin zu ihrer Begleiterin. Vorsitzender Magnus Peresson steht in der Nähe, freut sich über die positive Resonanz auf den „Tag der offenen Tür“ und kommentiert gelassen: „Doch wir haben damit gerechnet, dass sich für das Haus so viele Füssener interessieren werden, die keine Vereinsmitglieder sind.“ Peresson ergänzt: „Das alte Haus wird allerdings kein Museum im herkömmlichen Sinne sein. Wir haben da eine modernere Vorstellung. In diesen Räumen soll Stadtgeschichte lebendig werden.“
Mit Spannung darf erwartet werden, was der Historische Verein Alt Füssen im Bildhauer-Sturm-Haus, das auch eine Bibliothek haben wird, auf die Beine stellt. Schön wäre eine kleine Info-Tafel am Eingang, denn die alte Inschrift über dem Torbogen entdeckt nicht jeder, der durch die Brunnengasse geht.