Übersicht unserer Exkursionen

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht unserer Exkursionen. Klicken Sie einfach einmal auf die Exkursion, welche Sie interessiert und die Seite springt automatisch zum entsprechenden Text.

 

Exkursion 28. Juli 2008 Sonderausstellung im Museum der Stadt Füssen "Gipsvorkommen und Stuckvorkommen"

Exkursion 30. Juni 2008: Auf den Baumgarten mit "Alt Füssen"

Exkursion 26. Mai 2008: Massengräber am Blutanger

Kulturfahrt nach Brescia

Auf den Spuren von Anton Sturm

Kulturfahrt nach Lucca und Pisa

Exkursion 23. September 2006: Auf den Spuren von Anton Sturm

 

 

 

Stuck ist Kunst, mehr als Handwerk Ausstellung "Alt Füssen" lernt bei Führung die Arbeiten der Schnitzers im Museum der Stadt kennen


Thomas Riedmiller, Leiter des Kulturamts und Museums der Stadt Füssen, ermöglichte anstelle eines Hoagarte eine Abendführung für den Historischen Verein "Alt Füssen". Ziel war die Ausstellung über Josef Schnitzer aus Buching und die Kunst des Stuckierens. Der Museumsleiter und Vereinsvorsitzender Magnus Peresson waren erfreut, mehr als 50 Interessierte begrüßen zu können.
Thomas Riedmiller, dem Organisation, Gestaltung und Kommentierung der Ausstellung zu verdanken sind, gab bemerkenswerte, anschauliche Erläuterungen. So werden Modelle von Werken Josef Schnitzers, die das Museum erwerben konnte, erstmalig gezeigt. Emil Herzig, langjähriger Mitarbeiter Schnitzers, hat sie für die Ausstellung wieder hergerichtet. Sie machen deutlich, wie nach dem Zweiten Weltkrieg Kulturgut des Barock restauriert beziehungsweise neu geschaffen wurde - in Kirchen und Residenzen, in München wie in Bruchsal, aber auch auf dem Lande. Was heute an bayerischem Barock bewundert werde, sei nicht zuletzt ein Verdienst fähiger Stuckatoren, die oft ungenannt blieben.
Dass schon Ende des 17. Jahrhunderts in Füssen Gipskünstler am Werke waren, zeige die Stuckierung der Frau-am-Berg-Kirche durch Johann Schmuzer aus Wessobrunn. Die jüngst im Stadtarchiv aufgefundenen präzisen Pläne hierfür bilden einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung. Sie werden hier erstmals veröffentlich.
Daneben finden sich in der Ausstellung auch Reste von Gipsverarbeitung aus dem 12. Jahrhundert am Hochaltar von St. Mang in Füssen sowie Dokumente zur Gipsgewinnung und -produktion in Faulenbach. Alles wird im Refektorium des Klosters und in daneben liegenden Räumen dargeboten - ein besonders passendes Ambiente mit Decken- und Wandstuck Johann Jakob Herkomers und seiner Mitarbeiter, darunter auch Dominikus Zimmermann.
Länger als erwartet hielten sich die Besucher in den Ausstellungsräumen auf. Ein Beleg dafür, wie beeindruckt sie waren.

Alfred Wintergerst

 

 

Exkursion 30. Juni 2008

Auf dem Baumgarten


Magnus Peresson vermittelt Interessantes über Morisse, Wasserwerk und mehr







An die 60 Heimatfreunde nahmen an der Führung auf dem Baumgarten teil, bei der Magnus Peresson viele Spuren zur Stadtgeschichte aufzeigte. Die Exkursion begann am Magnusplatz am Fuß des Schlossbergs, wo an der Linienführung der Häuserfassaden noch der Verlauf der Trasse der Via Claudia abzulesen ist.
Peresson legt Wert auf das „auf dem Baumgarten“. Denn am Rand der Stadt lagen früher noch andere Baumgärten, keiner aber an so exponierter Stelle. Hinter dem Tor durch die Stadtmauer (beim Kriegerdenkmal) wurde verdeutlicht, dass dort einst zwei Tore standen.
Auf großes Interesse stießen die Erklärungen zur Felsschlucht unter dem hohen Schloss. Diese wurde nicht auf einmal ausgebrochen, sondern erhielt ihre heutige Form erst im Laufe von Generationen. Das Hauptdolomitgestein, ein hartes Baumaterial, wurde nach Bedarf aus diesem Steinbruch gewonnen und nicht nur beim Schlossbau verwendet, sondern möglicherweise auch bei der Erweiterung der Stadtmauer Ende des 15./ Anfang des 16. Jahrhunderts eingesetzt. So entstand schließlich von Westen her ein kürzerer Zugang zum Schloss als über Richtertor/Ritterstraße.
Die Gestaltung des Baumgartens zu einer Parkanlage erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts. Der Verschönerungsverein der Stadt, der Vorläufer des heutigen Kur- und Verkehrsvereins, hat zweifellos das Verdienst, dass hier Nachhaltiges für Bürger und Gäste geschaffen wurde.
Als in den 80er Jahren des vorletzten Jahrhunderts ein Hochbehälter für die Wasserversorgung der Stadt erforderlich wurde, legte man diesen auf dem Baumgarten an – und zwar zeitgenössisch in der Nähe des Hohen Schlosses als reizvolles Ruinenbauwerk mit Wasserspielen.
Über die Renovierung sollte von Zeit zu Zeit nachgedacht werden.
Magnus Peresson sprach auch von früheren Namen für den Baumgarten und den Schlossberg. Bis ins ausgehende Mittelalter ist von einem „Altwig“ die Rede. Daneben sprach man vom Geisberg, der örtlichen Ziegenweidefläche. Beim Wort Morisse, heute für den Felseinschnitt nach Bad Faulenbach gebraucht, kann es sich – wie bei Salober und Lusalten – um ein Wort der Romanen handeln, der nachrömischen Bevölkerung. Morisse weist laut Peresson auf römische Straßenreste und Baukonstruktionen hin, die am Steilufer des Lechs zur Via Claudia gehörten, dort, wo die Trasse vom Baumgarten ins Faulenbacher Tal führte. So deute Dr. Steiner das Wort im Ortsnamenbuch des Altlandkreises Füssen.

Alfred Wintergerst (AZ 10. Juli 2008)

 

 

Exkursion am 26. Mai 2008 mit Magnus Peresson: Blutanger


Alt Füssen am Blutanger
Ruhestätte für 623 gefallene Krieger











An der Füssener Stadtmauer oberhalb des Krankenhauses erinnert eine
Gedenktafel an die Bestattung von „623 k. u. k. Kriegern“, die in den Jahren 1799 und 1800 dort beerdigt wurden. An dieser Gedenkstätte trafen sich an die 30 historisch Interessierte, um von Magnus Peresson, dem Vorsitzenden von Alt Füssen, Näheres hierüber zu erfahren.
Im März 1799 war der Stadt mitgeteilt worden dass auf dem Hohen Schloss ein Feldhauptspital der k. und k. Truppen im zweiten Koalitionskrieg gegen Napoleons Streitkräfte eingerichtet werde. Im Mai 1799 waren schon 1000 österreichische Verwundete in der Stadt, im Winter 1799/1800 sogar an die 1500, und dies unter schlechtesten sanitären Bedingungen. Die Verwundeten fürs Feldhauptspital kamen oft von weit her, etwa von der Schlacht bei Stockach in der Nähe des Bodensees. Manche überlebten den Transport gar nicht und erreichten Füssen als Tote. Viele starben laufend im Spital. Zur Bestattung der vielen toten Soldaten reichte der Friedhof bei St. Sebastian bei weitem nicht aus. So musste man die Toten vor der Stadtmauer und auch im Venetianerwinkel begraben.
Peresson stellte nun die Frage, an welcher Stelle die toten Österreicher ihre letzte Ruhe fanden. In Füssen spricht man von der Ortsbezeichnung „Blutanger“. An dem schmalen Band vor der Mauer bei der Gedenktafel konnte dies nicht sein, weil die Fundamente der Stadtmauer dies nicht zuließen. Auch an der Hangkante und im Stadtgraben davor waren so zahlreiche Gräber nicht möglich. In Frage komme da nur der „Anger“ unterhalb der Stadtmauer; „Anger“ habe den Sinn von Viehweide oder Grasfläche. Und dieser „Anger“ liege wohl auf dem heutigen Krankenhausareal, nämlich dort, wo sich die Parkplätze und das geplante Ärztehaus befinden. Sicher sei noch nichts nachgewiesen, aber Bodendenkmäler träten oft überraschend zutage.

AZ (eb) vom 17. Juni 2008

 

 

 

Kulturfahrt nach Brescia

Das Programm für die Kulturfahr können Sie hier herunterladen: Kulturfahrt Brescia

 

Auf den Spuren von Anton Sturm

Zahlreiche Mitglieder des „Historischen Vereins Alt Füssen“ machten sich unlängst auf, um die künstlerischen Spuren des großen Füssener Bildhauers Anton Sturm im Oberallgäu aufzusuchen.

Zuerst ging es in die Sonthofener Stadtpfarrkirche St. Michael, für die der Bildhauer vier lebensgroße Kirchenväter aus Lindenholz geschnitzt hat. Die in weiß gefassten Gestalten gelten in der Kunstgeschichte als unmittelbare Vorgänger, sozusagen als „Hauptprobe“ für die Kirchenväter in der Wieskirche.

Wenige Kilometer weiter, in Altstädten, stammt die gesamte Kirchenausstattung von Anton Sturm: Hauptaltar, zwei Seitenaltäre, die Kanzel und diverse Einzelfiguren wurden vom Meister und einer Schar von Gesellen und Lehrbuben gefertigt. In guter Erinnerung wird allen Teilnehmern der Fahrt das herrliche Jesuskind auf den Knien des heiligen Josef bleiben und die Putten der Kanzel, die eifrig damit beschäftigt sind, den Vorhang des Schalldeckels zu tragen.


Die dritte Station der Fahrt war die kleine Kirche von Schöllang, in der die Plastiken der beiden Seitenaltäre von Anton Sturm stammen. Der heilige Magnus am rechten Seitenaltar ist eine schlanke, hoch gewachsene Gestalt mit einem ungewöhnlich jungenhaften Gesicht. Ein Kunsthistoriker hat diesen Magnus einmal als den „schönsten der ganzen Diözese“ bezeichnet.

Den Abschluss der Fahrt bildeten die Loreto-Kapellen von Oberstdorf, für deren Wallfahrtskapelle Anton Sturm den gesamten Altar mit Schreiner- und Schlosserarbeiten lieferte.

Den Teilnehmern an den bisher zwei „Sturm-Fahrten“ sind mittlerweile die Eigenheiten Anton Sturms geläufig: die Rollbärte der männlichen Heiligen, die gut geformten Hände, das gekonnte Spiel von Stand- und Spielbein und der stets über das Postament hinausgeschobene Fuß des Spielbeines. Und: Die Putten; die ganze Liebe Sturms scheint er seinen Engelchen gewidmet zu haben.

Am Samstag, den 28. Juli geht die nächste Fahrt nach Bernbeuren, Burggen und in die Wies

Magnus Peresson

 

Kulturfahrt nach Lucca und Pisa

Termin:

Vom 17. Mai  bis Sonntag, den 20. Mai 2007  

Leitung: 

Magnus Peresson


Programm


1. Tag Hinfahrt

Frühstück in der Autobahn-Raststätte Rosenberger  bei Innsbruck
Mittagsrast in der Autobahn-Raststätte „Autogrill“ b. Cantagallo/Bologna
Pistoia: Dom San Zeno mit dem berühmten Silberaltar, Baptisterium
Gegen 19.00 Uhr Ankunft im Hotel Napoleon

2. Tag 

Besichtigung von Lucca mit einem Spaziergang auf dem Stadtwall
Dom San Martino mit dem berühmten „Volto Santo“
Kirchen San Michele in Foro und San Frediano, „Amphitheater“
Mittagessen nach Wahl
Besuch der Villa Reale in Marlia  (Barockgarten)
Besuch der mittelalterlichen Ponte Maddalena

3. Tag 

Fahrt nach Pisa
Führung im Dom, Baptisterium und Campo Santo mit den „Bildern des  Todes“
Mittagessen nach Wahl
Besuch des Dom-Museums, wahlweise des Museums der Sinopien
Besuch der romanischen Basilika San Piero a Grado

4. Tag 

Auf der Heimfahrt Abstecher nach Vinci und Besuch des Museums
mit den Nachbildungen der Maschinen von Leonardo da Vinci
Ankunft in Füssen ca. 22.00 Uhr

 

 

 

 

Auf den Spuren von Anton Sturm

Samstag, den 23.09.2006

Der Historische Verein Alt Füssen ist durch das von ihm betreute Suiter-Haus in der Brunnengasse in besonderer Weise mit dem großen Füssener Bildhauer Anton Sturm verbunden.
Am Samstag machte sich eine große Schar von Mitgliedern zur mittlerweile dritten Fahrt auf, um das Wissen über Anton Sturm zu vertiefen und weitere Bildwerke kennen zu lernen.


Erste Station war das noch im dicken Nebel liegende Roggenburg bei Weißenhorn, für dessen Prämonstratenserkloster Anton Sturm kurz vor seinem Tod nicht nur einen schönen „Wiesheiland“ schuf, sondern zeitgleich mit den Kirchenvätern der Wieskirche einen prachtvollen heiligen Augustinus.


Nächste Station war die ehemalige Karthause Buxheim bei Memmingen, wo die Füssener zwar das herrliche Chorgestühl besichtigten, dann aber doch in der kleinen Annakapelle sich auf die von der Kunstgeschichte sogenannte „Quvertüre zur Wies“ konzentrierten.

Sturms alter Bekannter, Dominikus Zimmermann, hatte den Raum gestaltet und stukkiert, Anton Sturm ihn aber mit edlen Skulpturen belebt: In vier Nischen ähnlich wie in der Füssener Magnuskapelle, umstehen Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, der heilige Josef und Judas Thaddäus den schmucken Raum.
Über einem üppigen Bilderrahmen schreitet ein Christusknabe aus einem Wolkengebilde, das indirekt beleuchtet wird. Wie für die Gäste aus Füssen bestellt, durchbrach die Sonne den Nebel und brachte diese einmalige Sturm/Zimmermann–Inszenierung zum Strahlen.

An einer von Dominikus Zimmermann marmorierten Säule gab es die Signatur des Baumeisters zu entdecken, einen stilisierten, damals als  „Zimmermann“  bezeichneten Holzbock.

Im weitläufigen Kreuzgang stießen die Füssener mehrmals auf das Wappen Georg Gossenbrots und seiner Frau Radegundis Eggenberger; das schwerreiche Ehepaar aus Füssen hatte um 1500 mehrere am Kreuzgang gelegene Häuschen gestiftet und war deshalb mit Wappensteinen geehrt worden.

In der Buxheimer Pfarrkirche gefielen vor allem eine lebensgroße heilige Barbara und ein Kruzifix, ähnlich demjenigen in der Krippkirche.

Nach der verdienten Mittagsrast am Buxheimer Weiher ging es zur dritten Station nach Ottobeuren.
Dort führte der Archivar des Klosters, Pater Ulrich, die Füssener in die sonst nicht zugängliche Bibliothek. Für deren Mitte hatte Anton Sturm eine strahlende Göttin Athene geschaffen, ein Bildwerk, das anatomisch vollendet ausgearbeitet ist und deshalb von jedem Blickwinkel aus betrachtet „stimmt“.
Im Kaisersaal schließlich beeindruckten die insgesamt sechzehn etwas mehr als lebensgroßen Kaiser, die jeweils zwischen Säulenpaaren aufgestellt und wie zu einem höfischen Tanz angetreten sind. Besondere Aufmerksamkeit zollte man Kaiser Rudolf I von Habsburg, dem Füssen seine Stadterhebung verdankt und Kaiser Maximilian I, der durch seine häufigen Aufenthalte der Stadt besonderen Glanz verliehen hatte.

Bei allen Plastiken war die ungeheure Schaffenskraft Sturms zu spüren und sein unglaublicher, wohl an italienischen Vorbildern geschulter Ideenreichtum. Teilweise war auch die Arbeitsweise der Holzbearbeitung und der Aufbau der farblichen Fassung ablesbar.
Resümierend wies auf dem Heimweg der Vorsitzende von Alt Füssen, Magnus Peresson, darauf hin, dass alle an diesem Tag aufgesuchten Kunstwerke in dem Haus an der Brunnengasse entstanden waren: in den Gewölben des Erdgeschoßes und in der großen Hausdurchfahrt; die großen Plastiken wohl auch im Hofraum zwischen Wohnhaus und Stallung.
Die Exkursion am Samstag wird sicherlich nicht die letzte Fahrt auf den Spuren Anton Sturms gewesen sein!